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Unterstützung für den Tag der offenen Tür in Pasing am 21.01.2006,
Lesung mit Herbert Rosendorfer am 29.01.2006 in Allach-Untermenzing,
Rudolf Wessely liest Thomas Bernhard in Fürstenried am 09.02.2006,
Mitgliederversammlung mit Neuwahlen am 09.05.2006 in Fürstenried,
Radltour "Auf den Spuren von Karl Valentin" am 04.06.2006,
Vortrag über Gustav Landauer von Siegfried Benker am 26.06.2006,
Exkursion zum Obersalzberg mit Ulrich Chaussy am 08.07.2006,
Führung am Auer Mühlbach am 27.08.2006,
Kurt Eisner am 7. November 2006, 77 Jahre nach der Ausrufung des Freistaats Bayern
Am 21. Januar war es soweit: Bücher & mehr konnte zum ersten Mal eine Aktion der Münchner Stadtbibliothek finanziell unterstützen! Anlässlich der Wiedereröffnung der frisch renovierten Pasinger Bibliothek sponsorten wir die Performance des Künstlerduos "Hunger&Seide".
In reizvollem Kontrast zur Einführung der Selbstverbuchung, einer hochmodernen Technik, war deren Darbietung geprägt von einer sehr persönlichen, besonderen und beglückenden Atmosphäre. Viele Besucher, zugleich Mitwirkende im Geschehen, verließen verzaubert lächelnd einen geheimnisvoll dekorierten Raum. Auch viele andere schöne Vorstellungen schmückten diesen feierlichen Tag der offenen Tür, an dem die Münchner Stadtbibliothek eindrucksvoll ihre wichtige Rolle im Münchner Kulturleben unterstreichen konnte. Bücher & mehr sponserte nicht nur den Auftritt von "Hunger & Seide", sondern informierte mit einem kleinen Stand über den Verein.
Abbildung: Hunger & Seide - mit Unterstützung von Bücher & mehr in Pasing
Lesung in Allach am 29.01.2006
Ein konzentrierter Schnelldurchgang von eineinhalb Stunden durch Leben und Werk in Lesung und Gespräch - das war der Abend mit Herbert Rosendorfer in der vollbesetzten Stadtbibliothek München Allach. 1934 in Gries bei Bozen geboren, kam Rosendorfer mit seinen Eltern 1939 nach München, der Stadt, in der die meiste Zeit seines Lebens verbracht hat, der er sehr verbunden ist und die ihn ihrerseits mit der Kür zum Münchner Literaturpreisträger 2005 ostentativ ans Herz gedrückt hat.
Rosendorfer dementierte nicht, das das fiktive "Yrwental" aus seinem Buch "Vier Jahreszeiten im Yrwental" und seine politisch opportunistischen und früh dem Tourismus ergebenen Bewohner von Kitzbühl, dem Tiroler Ambiente und seinen Menschen inspiriert sind.
Im Nachkriegs-München besteht Rosendorfer 1953 sein Abitur, hat mit dem literarischen Schreiben schon begonnen, musiziert, malt - und pickt sich aus den vielfältigen musischen Interessen das Studium der Bühnenbildnerei heraus, um es nach einem Jahr abzubrechen und Jurist zu werden. - Warum um Himmels willen denn dies, fragte Ulrich Chaussy Rosendorfer nach der ersten Leseprobe des Autors aus "Der Ruinenbaumeister". Mit diesem von Kritik und Publikum als Paukenschlag aufgenommenen, sehr erfolgreichen Debüt aus dem Jahr 1969 war eine Karriere als freier Schriftsteller doch durchaus vorstellbar? - Rosendorfers entwaffnende Antwort: "Um meine Mutter zu beruhigen. Sie wollte, dass ich etwas Ordentliches lernte." Das "Ordentliche" war die Laufbahn als Staatsanwalt und Richter, die ersten drei Jahre in Bayreuth, von 1967 bis 1993 als Amtsrichter in München, die letzten vier Jahre aus dem Westen abgesandt und aus Neugierde gern eingewilligt - am Oberlandesgericht Naumburg in Sachsen-Anhalt.
Wie ging dieses Lebensarbeitspensum mit etwa 40 Büchern, 11 Theaterstücken und einer schwer bezifferbaren Zahl von Drehbüchern und Hörspielen zusammen, hakte Moderator Chaussy bei Rosendorfer nach. "Was gleich geschrieben ist, ist schnell geschehen, und in einer Stunde konzentrierten Schreibens ist viel geschrieben", lautete die Antwort des unablässig Produktiven, dem Schaffenskrisen oder der ominöse "writers block" so vieler Kollegen wohl all die Zeit erspart geblieben sind. Er habe gleichwohl sich der Familie nicht entzogen (Rosendorfer hat vier Kinder), er schlafe so viel wie andere Menschen auch - und er gehe nicht in Talkshows. - Warum? - "Die haben keine Freude an mir. Einmal bin ich einem solchen Ruf gefolgt - zu Christiansen. Die hatte auch keine Freude an mir."
Und wie zur Bekräftigung, dass Rosendorfers teils düster gefärbten Zukunftsaussichten auch darin gründen, das kaum noch etwas verstanden, dafür aber alles in einem begriffslosen Medienzirkus umso inflationärer zerredet wird, von Prolls und Promis, las Rosendorfer zum Schluß noch eine Passage aus seinem aktuellen Roman "Der Hilfskoch - oder wie ich beinahe Schriftsteller wurde" - eine beißende Satire auf das Promi- und Eventgezappel im Fernsehen, durch das sich die Zuschauer allabendlich zappen. Das Allacher Publikum unterhielt sich dabei königlich und dankte Rosendorfer mit anhaltendem Beifall.
Alle Bücher Rosendorfers erhalten Sie in Ihrer Münchner Stadtbibliothek oder im Buchhandel. Einen Überblick erhalten Sie hier: dtv
Abbildung: Herbert Rosendorfer - - der "dichtende Richter"
Über hundert Besucher in der vollbesetzten Stadtbibliothek Allach-Untermenzing konnten Rosmarie Gaupmann (Stadtbibliothek) und Ulrich Chaussy (Bücher & mehr) begrüßen.
in der Stadtteilbibliothek Fürstenried am 9.2.2006
Er wolle nicht über sich reden, wünschte sich Rudolf Wessely, der bekannte Schauspieler, Dramaturg und Regisseur nach der Lesung von Ulrich Chaussy, dem Moderator des Abends, er rede lieber über Thomas Bernhard.
Das Publikum in der bis auf den allerletzten Platz besetzten Stadtbibliothek zeigte Verständnis für die Bescheidenheit des großartigen Schauspielers, zumal es einen ganz außergewöhnlichen Abend erlebt hatte: Rudolf Wessely las nicht nur, er setzte Thomas Bernhards 1984 entstandene tragisch-komische Farce „Holzfällen – Eine Erregung“ mit so viel Temperament und Leidenschaft in Szene, dass er sein Publikum restlos begeisterte.
Rudolf Wessely, geboren am 19. Januar 1925 in Wien, ist ein sehr vielseitiger Theatermann: Nach seiner Ausbildung am Max-Reinhardt-Seminar Wien arbeitete er nicht nur als Schauspieler, sondern auch als Dramaturg, Regisseur (vor allem am Deutschen Theater Berlin) und Theaterdirektor (am Atelier-Theater Wien und an den Düsseldorfer Kammerspielen).
Seit 1976 war er – bis 1987 parallel zu seinem Engagement am Wiener Burgtheater – an den Münchner Kammerspielen engagiert und hat hier neben der Darstellung klassischer Rollen – zum Beispiel der des Narren im "König Lear", der des Königs Cymbelin und des Willie in "Glückliche Tage" – vor allem durch seine intensive Beschäftigung mit Stücken zeitgenössischer Autoren auf sich aufmerksam gemacht. In den letzten Jahren sah man ihn in Stücken von Vladimir Sorokin, Theresia Walser, Roland Schimmelpfennig und in der viel beachteten Aufführung von Achternbuschs "Der Stiefel und sein Socken". Dabei ist Rudolf Wessely alles andere als ein Schauspieler, der eine bedeutende Hauptrolle braucht, um seine Kunst zu entfalten: Oft waren es gerade kurze Auftritte und wenige Sätze, mit denen er die Zuschauer begeisterte, zum Beispiel seine Auftritte als "Rufer" im "Schlusschor" von Botho Strauß.
Seit vielen Jahren hat Rudolf Wessely den Autor Thomas Bernhard für sich entdeckt:
Dafür steht nicht nur seine vom Publikum begeistert angenommene Darstellung des "Weltverbesserers", sondern auch eine ganze Reihe von Lesungen aus dem Werk des österreichischen Schriftstellers. Zur Spielzeit 2001/02 ging Rudolf Wessely zusammen mit Dieter Dorn an das Bayerische Staatsschauspiel.
Von einer Begegnung mit Thomas Bernhard am Wiener Burgtheater berichtete Rudolf Wessely dem interessierten Publikum in der Stadtbibliothek: „Er wusste, dass er ein Großer war“. Wiederholt gehörten zum Auftreten des streitbaren Autors jedoch heftige Auseinandersetzungen um seine Arbeiten.
Das Werk „Holzfällen“ hatte nach Erscheinen zu einem Literaturskandal geführt. Es wurde vorübergehend in Österreich verboten, nachdem sich der Komponist Gerhard Lampersberg in einer Figur wieder erkannte und einen "Ehrenbeleidigungsprozess" gegen Bernhard anstrengte. Das Buch schildert den Verlauf einer Abendgesellschaft bei dem Künstlerehepaar Auersberger. Von seinem "Ohrensessel" aus beobachtet der Ich-Erzähler zunächst aus dem Hintergrund die Vorgänge um sich herum, ehe mit dem Eintreffen des Ehrengastes, eines berühmten Burgschauspielers, das eigentliche "künstlerische Abendessen" beginnt.
Über viele Seiten reflektiert er außerdem sein ambivalentes Verhalten gegenüber den einstigen Freunden, denen er immerhin einiges verdankt. Den plötzlichen Umschlag von Zuneigung in Hass, der inzwischen eingetreten ist, begründet er mit der Enttäuschung über den nicht eingelösten Anspruch mediokrer Künstler wie Auersberger auf allerhöchste Perfektion, aber auch mit der Notwendigkeit, sich aus der Abhängigkeit von allzu sehr geliebten Menschen herauszuretten, etwa von der Dichterin Jeannie Billroth, die ihn ansonsten "verschlungen" hätte.
Rudolf Wessely las, spielte, inszenierte an diesem Abend zweimal 55 Minuten lang aus diesem Text. In zweimal 55 Minuten, die wie im Flug vergangen waren, überzeugte er sein begeistertes Publikum davon, dass auch er „ein Großer“ ist.
Abbildung: Rudolf Wessely - Schauspieler, Dramaturg und Regisseur
Die Legende Rudolf Wessely in der vollbesetzten Stadtteilbibliothek Fürstenried...
Sonntag, 4. Juni 2006, 10:01 Uhr:
Auf den Spuren von Karl Valentin - eine historische Radtour
nach unseren ersten Radltour „Auf den Spuren der Weißen Rose“ im Sommer 2005 waren wir in diesem Jahr auf den Spuren von Karl Valentin:
Start:
4. Juni 2006 10.01 Uhr,
Valentin-Karlstadt - Musäum,
Isartor
Ziel:
Funkhaus des
Bayerischen Rundfunks,
Rundfunkplatz 1
Ende: ca. 16.00 Uhr, Länge: ca. 10 km
Unkostenbeitrag 8,88 €,
für Bücher&mehr-Mitglieder 4,44 €
eine Kooperation von Bücher & mehr, dem Förderverein der Münchner Stadtbibliothek mit dem Valentin-Karlstadt-Musäum und dem Bayerischen Rundfunk - Bayern2 Radio.
Etappen: Vom Treffpunkt Valentin-Musäum zunächst in die Au zum Geburtshaus Valentins und zu den Stätten seiner Kindheit rund um den Mariahilfplatz. Dann nach Haidhausen, wo Valentin seine Ausbildung zum Schreiner absolvierte. Über die Isar ins Lehel zu seiner späteren Wohnung. Zurück ins Musäum am Isartor zu einer Führung, die Valentins Werdegang zum Volkssänger und Komiker illustriert.
12 – 13 Uhr Pause.
Möglichkeit zum Mittagessen im Cafe – Restaurant im Turmstüberl des Isartors (die Kosten für die Brotzeit sind im Teilnehmerbeitrag für die Tour nicht inbegriffen).
13: 00 Uhr Weiterfahrt über den Viktualienmarkt mit seinen Volkssänger-Brunnen zu den Standorten ehemaliger Bühnen Valentins im Färbergraben, an der Sonnenstraße, in der Bayerstraße und Schillerstraße.
Ca. 14:30 Ankunft im Bayerischen Rundfunk
Dr. Monika Dimpfl, Autorin und Biographin von Liesl Karlstadt und Karl Valentin, berichtet über die schwierige Zusammenarbeit von Karl Valentin in dessen letzten Lebensjahren mit Radio München und dem späteren Bayerischen Rundfunk – und führt Tondokumente Valentins aus dieser Zeit vor.
Ende der Tour ca. 16:00 Uhr
Die Historikerin Sabine Rinberger, Leiterin des Valentin – Karlstadt – Musäums und ausgewiesene Valentin – Expertin erläuterte die Stationen der Tour vor Ort und führte durch ihr Musäum..
Dr. Monika Dimpfl, Autorin und Biographin von Liesl Karstadt und Karl Valentin, informierte im Bayerischen Rundfunk über die Radioarbeit Valentins und führte Sketche und Szenen aus den letzten Lebensjahren Valentins vor.
Abbildung: Karl Valentin und Liesl Karstadt -