Veranstaltungen 2005

Bestsellerautorin Tanja Kinkel las am 29. April 2005 in der Stadtteilbibliothek Ramersdorf,
Asta Scheib las am 15. Juni 2005 in der Stadtbibibliothek Sendling,
Streetlive-Festival am Samstag, den 19. Juni 2005,
Radltour "Auf den Spuren der Weißen Rose" am Samstag, den 16. Juli 2005,
Franz-Maria Sonner las am 27. Oktober 2005 in der Stadtbibliothek Schwabing,
Buchvorstellung "Der Königsplatz in München. Ein deutscher Ort"am 8. November 2005,
20 Jahre Gasteig am 14. November 2005,
100 Jahre Musikbibliothek am 12. Dezember 2005 mit dem Komponisten Wilfried Hiller



Tanja Kinkel

Bestsellerautorin Tanka Kinkel las am 29. April 2005 in der Stadtteilbibliothek Ramersdorf aus ihrem jüngsten Roman "Götterdämmerung". Den musikalischen Auftakt machte Alexandra Bazijan. Eingeleitet und moderiert wurde die Lesung von Ulrich Chaussy. Mit dieser Lesung begann Bücher & mehr seine Reihe von Veranstaltungen in und für die Münchner Stadtbibliothek.

Das Buch Götterdämmerung behandelt das brisante Thema der Gen- und Biotechnologie. Interessierte Nachfragen gab es zur Entstehung und Recherche des Romans; die Autorin befragte dafür hochrangige Politiker und Wissenschaftler aus den USA.


Tanja Kinkel

Asta Scheib

Literarisches Leben in den Stadtbibliotheken

Unter diesem Motto und bei freiem Eintritt entwickelte sich am 15. Juni 2005 ein wunderbarer Abend in der Stadtbibibliothek Sendling. Asta Scheib las aus einem ihrer schönsten Romane.

"In den Gärten des Herzens - die Leidenschaft der Lena Christ" ist eine Biografie über die weithin immer noch nicht voll anerkannte bayerische Schrtiftstellerin, die sich vor fünfundsiebzig Jahren das Leben nahm.

Asta Scheib gab Kostproben aus ihrer kunstvollen Würdigung dieses schwierigen vergangenen Lebens, und Anouchka Doinet - mit ihrer charakteristischen, tief-schönen Stimme - bezauberte das Publikum mit eigens für diese Veranstaltung ausgewählten Liedbeiträgen. In einem Gespräch, moderiert von Lioba Betten (Vorstandsmitglied bei Bücher&mehr), erfuhr man Einiges aus Asta Scheibs Leben und Werk.


Voll besetzt: Die Stadtteilbibliothek Sendling

Asta Scheib liest in Sendling Anouchka Doinet, Lioba Betten und Asta Scheib (von links) sorgten für wunderbaren Abend in der Stadtteilbibliothek Sendling


Durch angenehme Stimmung in der Bibliothek, durch einleitende Worte von Ulrich Chaussy, wurde der Abend mit anschließendem Bücherverkaufen am Tisch der Buchhandlung Kindt, mit Getränken und Gesprächen zu einem ersten Höhepunkt der Aktivitäten unseres noch jungen Vereins.


Anouschka Doinet und Asta Scheib

Streetlive

Beim Streetlive-Festival am Samstag, den 19. Juni 2005 rührten Bücher&mehr-Aktive am Bücherflohmarkt-Stand der Stadtbibliothek München Schwabing die Werbetrommel für den neuen Förderverein der Stadtbibliothek.


Trommeln für die nächste Veranstaltung


Radltour zur "Weißen Rose"

Am Anfang waren die Bücher. Das galt für die Bewahrung der Geschichte der Widerstandsgruppe "Weiße Rose" wie für die Radltour "Auf den Spuren der Weißen Rose" am Samstag, den 16. Juli 2005.

Ulrich Chaussy, selbst Buch- Radio- und Filmautor in Sachen "Weiße Rose", packte vor Beginn der Tour in der Stadtbibliothek Obergiesing einen Teil seiner Arbeitsbibliothek zum Thema aus einem Koffer auf den Tisch, beginnend mit Inge Aicher-Scholls schmalen, weltweit verbreiteten Buch "Die Weiße Rose" aus dem Jahr 1952 bis zu Hermann Vinkes aktuellem, soeben erschienenem Buch "Fritz Hartnagel - der Freund von Sophie Scholl". Fazit seiner frei kommentierten Bibliographie (20 Minuten für 20 Bücher): Was wir heute über die Weiße Rose wissen können, wissen wir aus Büchern. Die Bücher spiegeln verschiedene Sichtweisen. Und ihre Autoren reagierten auf neu entdeckte Quellen, die manchmal einen Schub an neuem Wissen bedeuteten, wie etwa die nach der Wende in ehemaligen DDR - Archiven zu Tage gekommennen Gestapo-Verhörprotokolle. 1982 entstanden Michael Verhoevens erster Kinofilm, begleitet von einem Buch, das seine umfangreichen Recherchen dokumentierte. Das wiederholte sich 2004/2005 beim aktuellen Kinofilm "Sophie Scholl - die letzten Tage", bei dem Chaussy für die historische Recherche zuständig war und seine Ergebnisse im gleichnamigen Buch zum Film präsentiert hat.

Fast alle wichtigen Publikationen zur Weißen Rose sind in den Stadtbibliotheken bestellbar - Radltour-Mitveranstalter Thomas Klauser aus der Stadtbibliothek Obergiesing demonstrierte das auf einem gut gefüllten Medientisch.

Um 11:00 ließen sich die inzwischen 60 eingetroffenen Radler von einem Platzregen auf dem ersten Abschnitt ihrer Tour nicht abhalten. Erste Station waren die Gräber von Christoph Probst, Hans und Sophie Scholl, Alexander Schmorell, Harald Dohrn und Hans Leipelt. Vorbei am Gerichtsgefängnis und Hinrichtungsort Stadelheim, dem Untersuchungshaftgefängnis Neudeck ging es über die Stationen: Kongresssaal Deutsches Museum, Justizpalast, ehemalige Gestapo-Leitstelle, Wohnung von Hans und Sophie Scholl in der Franz-Joseph Str. 13 zur "Denkstätte Weiße Rose", gleich neben dem Lichthof der Ludwig-Maximilians - Universität. Der etwa 60 köpfige Tour-Schwarm mit dem Frontradler Chaussy mit Headseat und Lautsprecher auf dem Gepäckträger mag auf manchen Betrachter wie eine Radldemo gewirkt haben. Die Er-Fahrradung von Geschichte, ausgedehnt auf 17 Kilometer kam gut an - nur zwei Tourteilnehmer verabschiedeten sich aus Zeitnot vor dem spannenden Schlussgespräch in der "Denkstätte Weiße Rose". Dort nämlich stellte sich Franz Josef Müller, Teilnehmer der Weißen Rose - und Ehrenvorsitzender und Grümder der Weißen Rose-Stiftung e.V. den Fragen der Radltour-Teilnehmer.

Erst kurz vor 17:00 Uhr verließen die letzten Tourteilnehmer die "Denkstätte Weiße Rose", die extra für die "Bücher&mehr" - Veranstaltung am Samstag geöffnet hatte.

Bücher&mehr dankt unserem Sponsor "Sponton Veranstaltungstechnik" Karl-Heinz Kröger für die tragbare Tonanlage und unseren Mitveranstaltern: Thomas Klauser von der Stadtbibliothek Obergiesing, Herrn Dr. Rösch und Frau Sell von der Weißen Rose-Stiftung und ganz besonders: Franz Josef Müller


Die Radltour zur Weißen Rose Zwischenstation am Neudeck in der Au.

Im Justizpalast Zwischenstation der Radltour am Justizpalast


Am Haus der Geschwister Scholl


Zwischenstation Grabstätte


Im Gespräch: Franz Josef Müller Der Gründer und Ehrenvorsitzende der Weißen-Rose-Stiftung, Franz Josef Müller, stand den Teilnehmern der Radtour für ausführliche Gespräche zur Verfügung. Er gehörte der wohl bekanntesten Widerstandsgruppe selbst an.


Franz-Maria Sonner

... las am 27. Oktober 2005 in der Stadtbibliothek Schwabing aus seinen Büchern, auch aus seinem druckfrischen Roman "Das gute Leben". Im anschließenden Gespräch mit Ulrich Chaussy vermittelte der preisgekrönte Autor einen Einblick in seinen Arbeit.

Franz-Maria Sonner, Jahrgang 1953, studierte Soziologie und Neue Deutsche Literatur. Seit 1982 schreibt er als freier Autor Prosa, Hörspiele und Drehbücher. Als Romane sind von ihm erschienen: Als die Beatles Rudi Dutschke erschossen, München 1996; Kakapo, München 1998; Die Bibliothek des Attentäters, München 2001; Werktätiger sucht üppige Partnerin, München 2005 (Fundstücke aus den siebziger Jahren); Das gute Leben, München 2005.

Er erhielt den Adolf-Grimme-Preis 1972 als Ehrende Anerkennung für Moderation und Redaktion der Fernsehsendung „Bildstörung", den Prix Möbius International 1995 (Spezialpreis der Jury für die CD-Rom „Weiße Rose“ als Herausgeber, die Comenius Medaille 2000/2003 als Herausgeber für die CD-Roms "Romantik“ und "Zeitgenössische Literatur“ und ein Werkstipendium des Deutschen Literaturfonds 2002/2003 für das Romanprojekt "Das gute Leben".
Link: Internetseite von Franz-Maria Sonner


Franz-Maria Sonner (links) im Gespräch mit Ulrich Chaussy in der Schwabinger Stadtteilbibliothek


"Der Königsplatz in München. Ein deutscher Ort"


heißt das neue Buch, das wir am 08.11.2005 im Gasteig vorgestellt haben. Mit anwesend war der Autor Peter Köpf und der Verleger Christoph Links.

Vom 2. August 1935 an nannte sich München »Hauptstadt der Bewegung«. Drei Monate später war der Königsplatz von den Nationalsozialisten »nach dem Wunsch und Willen des Führers in eine Weihe- und Versammlungsstätte des von ihm geeinten deutschen Volkes« verwandelt. Doch schon seit seiner Entstehung war der Königsplatz ein politischer Ort. König Ludwig I. hatte ihn »voll teutschen Sinn's« als Gegenentwurf zu Frankreichs Architektur konzipiert. Später verwandelte man ihn in einen Aufmarschplatz, erst 1988 erhielt er seine alte Begrünung wieder. Peter Köpf erzählt die Geschichte dieses klassizistischen Ensembles von seiner Entstehung bis in die Gegenwart. Anhand von Archivalien, seltenen historischen Fotos und Zeitzeugenberichten zeigt er, was der Königsplatz immer war: ein sehr deutscher Ort mitten im bayerischen München.
(181 Seiten, mit 175 Abbildungen, 29,90 €, ISBN 3-86153-372-3, erschienen am 14. September 2005).

Am darauf folgenden Tag informierten u. a. Ulrich Chaussy, Christoph Links und Peter Köpf am Odeonsplatz im dichtesten Nebel über die tatsächlichen Geschehnisse rund um den "Hitler-Putsch" am 9. November 1923 - und setzten so ein deutliches Zeichen gegen die immer wieder aufflackernden Versuche der Neonazis, an geschichtsträchtigen Orten und Terminen ihre unverbesserliche Ideologie zu verbreiten. Eine für den gleichen Tag angemeldete Veranstaltung der Rechtsextremen war erfolgreich verboten worden.


Der Königsplatz in München Ein deutscher Ort

Buchvorstellung und Diskussion zum Königsplatz Verleger Christoph Links, Ulrich Chaussy und Autor Peter Köpf (von links)


Nachdenkliche Sachaufklärung statt rechter Propaganda am 09.11.2005 am Odeonsplatz


20 Jahre Gasteig


Der Gasteig brummt (und wurde 20 Jahre alt)
unter diesem Motto stand der Tag der offenen Tür in der Zentralbibliothek und der Kinder- und Jugendbibliothek im Gasteig am 14. November 2005.

Bücher & mehr informierte während des ganzen Tages über den Förderverein und die Angebote. Mit Erfolg: Spontan entschlossen sich einige Besucher zum Eintritt.


Infostand im Gasteig

Immer was los auch am Infostand von Bücher & mehr...


100 Jahre Musikbibliothek

... ein Jubiläum, dass Bücher & mehr e. V. mit einem Blick hinter die Kulissen der grössten kommunalen Musikbibliothek für Mitglieder und Gäste würdigte. Am 12. Dezember 2005 stand kein geringerer als der Komponist Wilfried Hiller Rede und Antwort, sachkundig stellte die Leiterin der Musikbibliothek, Bettina Wolf, die Einrichtung vor.

Die Musikbibliothek
wurde 1905 von Dr. Paul Mensop gegründet und umfasst heute 220.000 Werke, darunter z.B. Originalpartituren von Karl Amadeus Hartmann. Wilfried Hiller, seit November 2005 Präsident des bayerischen Musikrates, gab im Gespräch mit Ulrich Chaussy von Bücher&mehr, dem Förderverein der Münchner Stadtbibliothek, Auskunft über seine Arbeit als Komponist.

Link zur Musikbibliothek

Wilfried Hiller wurde am 15.3.1941 in Weißenhorn in Schwaben geboren. Nach einem Klavierstudium bei Wilhelm Heckmann am Augsburger Leopold-Mozart-Konservatorium (seit 1956) arbeitete er zunächst als Organist und Ballett-Repetitor, bevor er 1963 ein Musikstudium an der Münchner Musikhochschule begann. Dort studierte er Komposition (Günter Bialas), Opernregie (Heinz Arnold), Schlagzeug und Pauke (Ludwig Porth und Hanns Hölzl) sowie Musiktheorie (Hermann Pfrogner). Ab 1967 arbeitete Hiller als Schlagzeuger in verschiedenen Orchestern, so z.B. beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks und an der Bayerischen Staatsoper. 1968 gründete er die Konzert-Reihe "Musik unserer Zeit". Die folgenden Jahre waren durch den Kontakt mit Carl Orff beeinflusst, den er 1968 kennen lernte und mit dem er als sein Schüler bis zu dessen Tod eng zusammenarbeitete.

Hillers Werke für das Musiktheater wurden entscheidend durch die Zusammenarbeit mit seiner Frau, der Schauspielerin Elisabeth Woska (seit 1971) geprägt ("AN DIESEM HEUTIGEN TAGE" 1973, "NIOBE" 1977, "DER JOSA MIT DER ZAUBERFIDEL" 1985, "DER GEIGENSEPPEL" 1999). Die Begegnung mit Michael Ende 1978 bedeutete den Beginn einer fruchtbaren künstlerischen Partnerschaft und engen Freundschaft, die bis zu Endes Tod im Jahr 1995 andauerte und zu einer ganzen Reihe erfolgreicher Werke führte, wie "DIE ZERSTREUTE BRILLENSCHLANGE", "VIER MUSIKALISCHE FABELN", "DER GOGGOLORI", "DIE JAGT NACH DEM SCHARG", "Das TRAUMFRESSERCHEN" und "DER RATTENFÄNGER".

Nach Endes Tod arbeitete Hiller zunächst mit Herbert Asmodi ("DIE GESCHICHTE VOM KLEINEN BLAUEN BERGSEE UND DEM ALTEN ADLER"), seit 1997 dann mit Rudolf Herfurtner zusammen ("DIE WALDKINDER", "EDUARD AUF DEM SEIL", "PINOCCHIO"). Außerdem griff Hiller auf literarische Vorlagen von Theodor Storm ("DER SCHIMMELREITER", Libretto Andreas K.W. Meyer), Christian Morgenstern ("HEIDENRÖSLEIN"), Wilhelm Busch (Schauspielmusik zu dem Marionettenspiel "DER GEIGENSEPPEL", ein Auftragswerk des Kulturprogramms im deutschen Pavillon auf der EXPO 2000 in Hannover, entstanden in Zusammenarbeit mit Elisabeth Woska) zurück. Neben den zahlreichen Bühnenwerken entstand auch eine Vielzahl von kammermusikalischen Arbeiten, Solokonzerten, Chor- und Orchesterwerken.

Seit 1971 ist Hiller als Musikredakteur beim Bayerischen Rundfunk tätig, 1989 wurde er Mitglied der Bayerischen Akademie der Künste, 1993 wurde er als Kompositionslehrer an das Richard-Strauss-Konservatorium München berufen. Unter seinen zahlreichen Auszeichnungen sind zu nennen: 1968 der Richard-Strauss-Preis der Stadt München, 1971 der Förderpreis für Musik der Stadt München, 1977 der Brünner Preis, der Anerkennungspreis der Stadt Salzburg für das Werk "NIOBE" und das Stipendium der Villa Massimo, 1978 der Schwabinger Kunstpreis für Musik, 1988 der Raiffeisen Förderpreis und 1997 der Werner Egk-Preis (Donauwörth).

Wilfried Hiller ist momentan der meistgespielte lebende deutsche Bühnenkomponist.

Link zur Homepage von Wilfried Hiller


Wilfried Hiller der meistgespielte lebende deutsche Bühnenkomponist

Wilfried Hiller in der Musikbibliothek im Gespräch mit der Leiterin, Bettina Wolf (rechts) und Roland Neumann (mitte) von Bücher & mehr


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